Finnische Hochschulrektoren und Professoren schauen sich im TPH und im ITS um
Erstellt von: Presse Mittwoch, 28. Oktober 2009

Die Finnen sind in vielen Dingen Weltmeister. Beispielsweise beim Handyweitwurf oder Inliner-Hockey, aber sie sind auch mehrmaliger Sieger der Pisa-Studie. Darauf sind sie besonders stolz und das wurde während eines Besuchs von zehn finnischen Universitätsrektoren und Wirtschafts-Professoren auch deutlich.

Die Delegation besuchte während einer fünftägigen Reise durch die Städteregion unter anderem den Technologiepark Herzogenrath (TPH) und zwei dort ansässige Firmen, Matricel und OWI, so genannte Spin-offs – Existenzgründungen aus den Hochschulen. Zuvor hatte die Gruppe einen Abstecher zum Technologie- und Servicecenter (ITS) in Baesweiler unternommen und sich dort ebenfalls über die ansässigen Firmen informiert.

Anlass für die Stippvisite war ein gemeinsamer Ideenaustausch zwischen der RWTH Aachen, der FH Aachen, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der FH Gelsenkirchen.

Dabei hatten alle die Frage im Hinterkopf:
Wie kann die Lehre an Universitäten bezüglich des Unternehmergeistes verbessert werden, um die Quote der Selbstständigkeit zu erhöhen?

Eine endgültige Antwort konnten die Beteiligten noch nicht finden, doch der Mitinitiator des Besuchs, Gerd Wassenberg, Professor an der FH Gelsenkirchen, ist zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. „Wir können viel voneinander lernen. Allein die unterschiedlichen Kulturen bringen eine andere Sichtweise auf eine solche Fragestellung." Darum sollten künftig auch für Projekte der Hochschulen im Umkreis Kooperationen mit anderen europäischen Universitäten geschlossen werden, rät Wassenberg. Auch bei der Zusammenarbeit von Studenten mit Firmen könnte Finnland ein Vorbild sein. Dort würden an den Universitäten Programme zur Unternehmensgründung unter Einbindung der Industrie angeboten. Dennoch gaben sich die Teilnehmer der finnischen Delegation bescheiden, was die Qualität ihrer Hochschullehre anbelangt. „Viele sind der Meinung, wir stünden wie bei der Pisa-Studie auf dem ersten Platz. Doch wir können und wollen uns da auch nicht sicher sein", betonte etwa Keijo Nivala, Vize-Rektor der Central Ostrobothnia-Universität, beim Besuch in Roda.

Es gelte vielmehr, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. Diesen Grundsatz wolle man auch den deutschen Gastgebern vermitteln.

Text und Foto: Elisa Zander